Langsam nähert sich die Hochzeit des LTB ihrem Ende, aber diese Ausgabe ist noch einmal durchweg gut und weiß in allen Bereichen zu überzeugen. Das Cover ist ansehnlich, die Storys bieten allesamt einen hohen Unterhaltungsfaktor. So soll es sein.

Ein Chaos im Kosmos verursachen Onkel Dagobert und Daniel Düsentrieb in den Augen der Neffen,die nämlich unwissend als Testpersonen für einen neuen Weltraum-Freitzeitpark agieren. Die Story ist zeichnerisch nett und weist inhaltlich einige sehr interessante Aspekte auf. Zwar ist sie komplett linear wie eine Schnitzeljagd, aber das tut der Qualität keinen wesentlichen Abbruch.

Ein Streit um Odysseus ist unter Kindern eher selten, und so wundert sich Micky Maus auch, als seine Neffen Mack und Muck über eben dieses Thema mit Alfons diskutieren. Einziger Ausweg: Die Zeitmaschine. Leider stellt sich das Ergebnis der Reise als wenig glaubwürdig heraus... Aber der Inhalt, zwar etwas weit hergeholt, aber dennoch unterhaltsam, ist trotzdem klasse und wird auch grafisch brauchbar visualisiert.

Mit allen Wassern gewaschen ist eine nur mäßig amüsante, aber dennoch gar nicht mal so schlechte Kurzgeschichte über Donald als Tierfänger.

Hinter den Kulissen einer Theateraufführung verschwindet beinahe ein Kostüm. Hauptverdächtiger ist Kater Karlo, der aber beteuert, unschuldig zu sein. Für Micky beginnt also die Suche nach einer alternativen Täter. Eine Detektivgeschichte klassischer Prägung, die aber einige überraschende Wendungen aufweist und insgesamt voll und ganz zu überzeugen weiß.

Ein Nachwuchsgenie ist Tuniguti Dan, der Neffe von Daniel Düsentrieb, der mit einer einzigen Erfindung, einem Sonnenpaddel in Drachenform, gleich einen ganzen Haufen Leute zufriedenstellt, nämlich seinen Vater, der die Hoffnung in ihn fast aufgegeben hatte, Daniel Düsentrieb, der eine Problemlösung für einen Satelliten gesucht hatte, Onkel Dagobert, der diesen Satelliten nutzen nutzen kann und das Fähnlein Fieselschweif, das mit seiner Hilfe die Fähnleinspiele gewinnt. Die Story ist durch all dies etwas überladen und kommt nicht an die stärksten Geschichten des Bandes heran, ist aber auch nicht schlecht.

Schwebende Schurken sind die Panzerknacker, die einen Gravitations-Umwandler stehlen und damit Entenhausen auf den Kopf stellen (in doppelter Hinsicht). Ein zwar gewöhnungsbedürftiger Zeichenstil weiß dennoch zu überzeugen, während die Story zwar teilweise etwas absurd scheint, aber dennoch für Unterhaltung sorgt.

ÜBERSICHT:

- Chaos im Kosmos (S: R.Salvagnini / Z: A.Lavaradori / I TL 2033-2)
- Streit um Odysseus (S: C.Mognato / Z: M.Amendola / IS TL 2050-4)
- Der vieldimensionale Talerdieb (S: F.Povoleri / Z: Comicup Studio / I TL 2078-4)
- Mit allen Wassern gewaschen (S: N.Russo / Z: S.Cabella / I TL 2087-2)

- Hinter den Kulissen (Z: G. Dalla Santa / IS TL 2063-4)
- Ein Nachwuchsgenie (S: C.Mognato / Z: D.Barozzi / I TL 2088-1)
- Schwebende Schurken (S+Z: F.Guerrini / IS TL 2073-4)

Grün: Lesetipp
Rot: Flop

von Carsten Spitz, Mai 2003